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Vorder Höhi

Vorder Höhi

 

Wer auf der Autobahn Richtung Chur fährt sieht links am anderen Ufer des Walensee die Rampe welche nach Amden hinaufführt, und irgendwann, sagte ich mir, würde ich diese im Handbike bezwingen.

Der 25. Juli 2011 war dann dieser Tag. Meine Freund Veit der mich zu der Zeit besuchte würde mich natürlich begleiten, denn ihm ist keine Strasse zu steil und kein Weg würde an einer solchen Herausvorderung vorbeiführen.

Also trafen wir uns nach der Arbeit beim VeloPlus in Wetzikon und fuhren mit den Autos nach Kaltbrunn, wo wir auf einem Parkplatz die Bikes bereitmachten und noch einen letzten Blick auf die Karte warfen bevor es losgieng.

Der erste Streckenabschnitt war richtig gut geeignet sich einzufahren, über Schänis und Zieglbrücke bis nach Weesen war die Strasse flach und gut zu befahren, es herrschte auch kaum Autoverkehr.

 

In Weesen machten wir am Ufer des Walensee eine kurze Mittgasrast um uns für die bevorstehnde Schinderei zu stärken. Der Blick die Felswand hinauf an der entlang sich die Galerie emprzieht war schon eindrücklich, aber guten Mutes machten wir uns an die Kurbelei.

Kurz nach Weesen ging es auch schon richtig zur Sache, endlich fuhr ich durch die Galerie meiner Träume, es war hart und langsam, aber die Höhenmeter akkumulierten sich doch. Unterwegs machte ich immer mal wieder eine kurze Verschnaufspause um Fotos zu schiessen und die immer grossartiger werdende Aussicht hinunter auf den Walensee zu geniessen.

Schon bald trennten sich Veit und ich, auf solchen Steigungen kann man sich mangels Atemluft eh nicht unterhalten und erfahrungsgemäss fahren wir beide besser unsere eigene Geschwindigkeit und Rhythmus. So kam ich auch zum einen oder anderen Schwatz mit Anwohnern die sich doch wunderten dass ich mit meinem armgetrieben Dreirad da hinaufquälte.

 

An grösseren Abzweigungen oder auf Anhöhen mit besonders schönem Rundblick trafen wir uns jeweils wieder. So auch kurz nach dem Dorf Amden, mit der Hilfe meiner Radkarte suchten wir den Weg zur Vorder Höhi, nur um die Abzweigung doch nicht wahrzunehmen da der Weg nur ungenau eingezeichnet war. So plagten wir uns hinauf nach Arvenbüel, nunmehr auf 1273 MüM. Oben angekommen realiserten wir dass es von hier nicht weitergehen würde, also das kurze Stück wieder hinunter, viel Schneller als hinauf, und diesmal suchten wir Rat bei einem Mountainbiker der uns den rechten Weg wies.

 

War es bis anhin Steil kam nun das Zückerchen, eine Rampe mit einer bösartigen Höhendifferenz wand uns die letzten Reserven ab, dazu kam das Rumpeln der Rindergatter und beim überfahren der Kuhfladen rutschte jedesmal das Vorderrad durch. Aber auch das meisterten wir, in wirklich schönem Voralpengebirge mit wunderbarer Sicht auf Berge und Weiden, die Hochmoorlandschaft ist wirklich schön, machten wir unsere restlichen Kilometer bis zur Passhöhe Vorder Höhi auf 1536 MüM.

Die schweisstreibende Hitze wurde hier oben mit fröstelnder Kühle getauscht so dass wir vor der folgenden Abfahrt die Windjacke anziehen mussten um nicht vor Kälte zu erstarren.

 

Auf der vom Militär gebauten gegrillten Betonpanzerpiste sausten wir Talwärts, nicht ganz so schnell wie ich das gerne getan hätte da die Strecke sehr kurvenreich war, eng und fast ausschliesslich durch den Laubwald führte was zusammen mit der Feuchtigkeit eine sehr glitschige Unterlage bietete. Dazu kamen die Schläge der Querrillen, alles gute Gründe der Sicherheit zuliebe das Tempo den Verhältnissen anzupassen. Trotzden drehte sich der Höhenmesser wie wild, auf die vielleicht sieben Kilometer verloren wir ca. 650 Höhenmeter, also ordentlich Steil.

 

Von Starkenbach bis Wattwil war dank stetem leichtem Gefälle gutes Vorankommen, in Nesslau das auf der Strecke lag wäre die Abzweigung zur Schwägalp, ein Pass den ich im folgenden August noch machen würde.

 

In Wattwil kurvten wir herum um den Radweg zu finden da die Haupstrasse über den Ricken, die letzte Anhöhe für heute, für Radfahrer trotz Radstreifen nicht sehr Angenehm zu fahren ist.

Für diese letzten paar Hundert Höhenmeter ging unser Kräftevorrat so langsam zur Neige, ab der Passhöhe folgte dann eine flotte Fahrt auf der gut ausgebauten Strasse bis hinunter nach Kaltbrunn wo die Autos parkiert waren..

Geschafft, eine super Runde mit perfektem Wetter und idealem Start-Zielort fand ihr Ende.

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